Beobachtung und Dokumentation

"Bevor man beobachtet, gilt es, Regeln festzulegen." | Zitat von J. J. Rousseau
Respekt und Wertschätzung bedeuten, vor der Beobachtung um Erlaubnis zu fragen, während der Beobachtung die Aufmerksamkeit der ErzieherIn sicherzustellen und dem Kind Raum zu geben, seine Interessen umzusetzen. Das Freispiel hat einen hohen Stellenwert, denn Kinder gehen hier ihren eigenen Interessen und Themen nach; die Beobachtung erfolgt gezielt während dieser Phasen. Jedes Kind im Alter 3–6 Jahre wird monatlich beobachtet. Engagiert sich ein Kind während der Beobachtung, das heißt es konzentriert sich auf seine Tätigkeit, zeigt Begeisterung, ist offen für Impulse oder lässt sich trotz Ablenkungen nicht ablenken, wird die Beobachtung im Team fortgeführt. Aus dem Austausch entsteht die sogenannte pädagogische Antwort, die individuell für das Kind umgesetzt wird und in Form von zusätzlichem Material, gezielter Unterstützung in bestimmten Situationen oder durch Impulse in Gesprächen und besonderen Aufgaben erfolgen kann – je nach den aktuellen Interessen des Kindes. Die Beobachtung ist unser wichtigstes Werkzeug, um das Kind in seiner Entwicklung bewusst wahrzunehmen und zu begleiten; die einzelnen Entwicklungsschritte, die es durchläuft und die durch pädagogische Antworten gefördert werden, dokumentieren wir im Portfolio des Kindes – sowohl für das Kind selbst als auch für die Eltern.